Wo Menschenwege enden…

Neulich fiel mir beim Suchen in meiner Schreibtischschublade ein Foto in die Hand. Darauf sieht man eine Freundin und mich auf einem ungewöhnlichen Fortbewegungsmittel…

Aber ich will von vorn beginnen: Es war vor zwei Jahren an einem herrlich strahlenden Tag im Mai. Ich fuhr mit einer Freundin mit dem Zug nach Johannstadt, um von dort aus durch den Wald nach Horni Blatná zu wandern. Kaum waren wir im Wald angekommen, sahen wir auch schon die Bescherung. Die Tage zuvor hatte es geregnet. Der Weg versank im tiefen Schlamm. Mein erster Impuls war: Umkehren. Doch nun waren wir soweit gefahren und da war Umkehren keine gute Option. Also kämpften wir uns tapfer die ersten Meter durch den Schlamm. Leute kamen uns entgegen. Sie zeigten auf ihre ehemals weißen Turnschuhe und meinten: „Da gibt es kein Durchkommen. Das wird nur noch schlimmer.“ Ich dachte schon wieder ans Umdrehen.

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Grußwort anlässlich der Protestaktion am 6.12.20 gegen die Schließung von HARIBO

Vor rund 2000 Jahren erzählte Jesus folgende Geschichte: Es war ein reicher Getreidebauer, (damals gab es noch reiche Bauern) der konnte eine große Ernte einholen. Und da überlegte er hin und her und sprach: Was soll ich tun? Ich weiß ja gar nicht wohin mit meiner ganzen Ernte. Und sprach: Das will ich tun: Ich werde meine alten Scheunen abreißen und größere bauen. Da kann ich all mein Getreide und meine Vorräte lagern.
Und dann kann ich mich zurücklehnen und mir sagen: Jetzt habe ich es geschafft. Ich habe Vorrat für viele Jahre; nun habe ich Ruhe, kann essen, trinken und das Leben genießen. Aber Gott sprach zu ihm: Wie dumm von dir! Du wirst noch diese Nacht sterben und wer wird dann all das bekommen, was du dir angehäuft hast?
So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott. (nach Lk 12, 16-21)

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Herzdiagnose

Es gibt Menschen, die gehen nicht gern zum Arzt, weil sie lieber nicht wissen wollen, ob sie krank sind. Sie haben Angst vor einer schlimmen Diagnose. Sie finden verschiedene Ausreden: wie z. B. „keine Zeit“. Doch ohne Diagnose, kann es auch keine passende Hilfe geben. Es gibt inzwischen auch ganz erstaunliche Untersuchungsmethoden. Als kleines Kind habe ich sehr darüber gestaunt, dass der Doktor per Ultraschall in meinen Bauch hinein gucken konnte. Ich konnte es nicht glauben, dass er damit durch meine Haut hindurch sah.

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Nicht mehr und noch nicht

Sonntag Exaudi liegt zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Er befindet sich in einem merkwürdigen Schwebezustand zwischen „nicht mehr“ und „noch nicht“. Jesu Freunde mussten sich von Jesus verabschieden, weil er zu seinem Vater zurückgekehrt ist. Nun ist er nicht mehr so da wie zuvor. Doch der versprochene Heilige Geist, der ihnen als Tröster und Wegweiser versprochen wurde, ist noch nicht da. Das war für die Menschen damals ein schwieriger Zustand: zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Abschied und Neubeginn. Und genau in dieser Spannung steht der Sonntag Exaudi.

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