Brückenpflege

Seit einigen Tagen beschäftige ich mich deutlich mehr mit Brücken als bisher. Das liegt daran, dass derzeit die Brücke von Wilkau nach Haßlau gesperrt ist. Lediglich eine kurze Strecke über diese Brücke verbindet zwei Ortsteile miteinander und bietet den Menschen die Möglichkeit, auch zu anderen Orten zu gelangen.

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Andacht zur Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26

Die Losung für das neue Jahr gibt uns der Prophet Hesekiel mit auf den Weg. Er ist ein Schreiber starker Bilder und eindrucksvoller Visionen, und doch ist vielen Christen sein Buch wenig bekannt. Nur ganz selten ist es zur Predigt oder Lesung vorgeschlagen, in manchen Jahren gar nicht. Die jüdische Tradition fordert übrigens, dass nur ganz reife Menschen sich mit diesem Buch überhaupt befassen, und sie sollen mindestens 30 Jahre alt sein.

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Andacht zum Juni/Juli/August

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.

2.Mose 15,2

Der Monatsspruch des Juni greift eine Ur-Erfahrung des Glaubens auf: Sie handelt vom Auszug aus Ägypten. Der Monatsspruch ist ein Vers aus dem Lied des Mose. Mose singt, denn erst einmal ist das Gröbste überstanden. Die Israeliten sind ein paar Tage vorher durch das Schilfmeer gezogen. Keiner hatte das für möglich gehalten. Das ist erst einmal Grund genug, ein Fest zu feiern.

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„Wende statt Ende“ – Gedanken zur Allianzgebetswoche (13.01.16)

Da ging der Sohn in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mcih aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heißt; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn.

Der Abstieg des Sohnes ist kaum in Worte zu fassen. Vorher hängten sich die Leute an ihn und nun ist er abhängig von anderen. Es folgt der Abstieg in die Tiefe. Es ist die Hölle für ihn. Sein Leben ist eingeengt und aus der Enge kommt die Angst. Das Ende ist nahe.

Ähnlich aussichtslos werden Menschen in Psalm 107 beschrieben. Flüchtlinge, Gefangene, Seefahrer in Seenot, Menschen, die sich fast zu Tode hungern und keine Hoffnung mehr haben. Auch heute gibt es Tausende, auch in unseren Ländern, die keine Hoffnung mehr haben. Deren Leben zur Hölle geworden ist. Eine Gruppe sind z.B. die Prostituierten, die in dem großen „Bordell Europa“ versklavt werden. Eine von ihnen sagte einmal: „Jeder hat jemanden, auf den er herunterblicken kann. Wir nicht. Wir sind ganz unten.“

Kein Ausweg? Doch – „Wende statt Ende“ Es gibt Hoffnung. Für jede und jeden! Der verlorene Sohn denkt an seinen Vater. Er malt sich in der Schweinegrube vor Augene, wie es zu Hause abging. Da wurde gefeiert, da war Freude. Plötzlich erscheint die Welt, die er damals noch willentlich ablehnte, in ganz neuen Farben. Und wenn er an seinen Vater denkt, dann sieht er seinen eigener Dreck, wie sehr er selbst beschmutzt ist. „Ich habe gesündigt.“ Die Wende beginnt immer mit einem Umdenken, erst dann ist die Umkehr ind ie Weite möglich.

Woher komme ich und wer bin ich? Das sind die Fragen von Menschen, die in Not geraten sind und nur noch rufen: Hilf mir,  Herr! Gott hört diesen Hilferuf. “ Die dann zum Herrn riefen in ihrer Not, denen half er heraus aus ihren Ängsten.“ Der Name Jesuss bedeutet wörtlich: Gott ist Rettung. Er ist derjenige, der die Rettung ermöglicht. Die Umkehr des Menschen geschieht da, wo er am tiefsten Punkt sich selber erkennt, sich zu Jesus wendet und zu ihm um Hilfe schreit.

(EiNS – das Magazin zur Allianzgebetswoche; Text: Detlef Garbers)

„Alles gewollt-alles verloren“ – Gedanken zur Allianzgebetswoche (12.01.16)

Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hinh und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.

Lukas 15,13-16

Was für ein Aufbruch. Sachen packen und los – in die weite Welt. Endlich frei. Das Leben genießen. Und plötzlich der Einbruch. Das Ererbte ist aufgebraucht und dazu noch eine Krise im Land. Die Freunde sind weg. Das Elend ist perfekt.

Nun folgt tatsächlich der Abstieg in den letzten Dreck, um gerade noch zu überleben. Schweine hüten und mit ihnen das Futter teilen. Tiefer geht’s nicht mehr. Eine Unmöglichkeit – icht nur für einen Juden. Zum Glück nur eine Geschichte – oder doch mehr?

Wiederholt sich Ähnliches nicht unzählige Male? Ist das nicht geradezu eine typische Lebensbeschreibung: auf einen hoffnungsvollen Start folgen tiefe Einbrüche – eingeholt von der harten Realität des Lebens, der eigenen Unachtsamkeit oder der Rücksichtslosigkeit anderer Menschen. Selbstverschuldet?! Ausgeliefert?! Ausgenutzt?! Sind die anderen schuld oder ist das die Folge des eigenen falschen Lebens?

Eigentlich geht es Jesus um noch viel mehr als um Lebenserklärungen und Lebensberatung, wenn er diese und ähnliche Geschichten erzählt. Der hier beschriebene Sohn verliert nämlich nicht nur seinen materiellen reichtum und die Würde seines Lebens, sondern auch die Beziehung zu seinem Vater. Wer die Erfüllung seines Lebens im Vordergründigen sucht, dem geht die Beziehung zu Gott verloren. Das will Jesus hier deutlich machen.

Ähnlich beschreibt es Paulus in Römer 1,21-23, wenn er darauf hinweist, dass menschliche Welterkenntnis und menschliches Weltverständnis – und seien sie noch so tiefgründig und vermeintlich wissenschaftlich redlich – „die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes“ verdrängen können. Auch der „reiche Kornbauer“ muss erfahren, dass am Ende gar nichts bleibt.

Alles gewollt – alles verloren – Gott verloren. Gibt es da noch eine Chance?

(EiNS- das Magazin zur Allianzgebetswoche; Text:Ulrich Materne)