Lichtblick Abend mit PaperClip am 30.11.19

Deutscher Pop aus dem Erzgebirge

PaperClip ist seit 2012 mit deutschem Pop und einer starken Messageunterwegs. Nach der ersten EP „An Dich“ 2015 folgte im Herbst 2017 diezweite EP „Lebensfarben“. 2018 gewann Samuel Rösch, der Songwriterund Frontmann der Band, die Castingshow „The Voice of Germany“.

Die 5 Musiker aus dem Erzgebirge stehen für authentische, lebensnahe und lebendige Musik, die, durch kritische Texte an Gesellschaft und Mensch, am Puls der Zeit schwingt. Nicht nur ihre Heimat und ihre Verwandtschaft verbindet die Band, sondern auch ihr Glaube, der sich in den Texten widerspiegelt.

Frieden

In  jüngster Vergangenheit habe ich oft über FRIEDEN nachgedacht.
Vielleicht liegt es ja auch an dem Vers der für 2019 als Jahreslosung ausgewählt wurde!?

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34,15

Frieden – keine Sache zum Anfassen, aber zum Erleben und Fühlen. Und wer will schon nicht im Frieden leben?

Frieden beginnt in jedem einzelnen Menschen, tief im Herzen. Nach einem Streit oder einer missglückten Handlung ist man besonders ruhelos. Mir geht es jedenfalls so. Ich versuche dann schnellstmöglich wieder zur Ruhe zu kommen. Am besten gelingt es mir, wenn ich alles andere beiseite lege und uneingeschränkte Zeit mit Jesus verbringe. Ich sage IHM meinen Frust, meine Verletzung, meine Enttäuschung. Ich halte IHM meine leeren Hände hin. Dann zeigt ER mir meine Schuld, mein Versagen, meine Fehler. Auf einmal verliert das Problem seine Gewichtigkeit. Alle meine Anklagen und Rechtfertigungen meinen Mitmenschen gegenüber verstummen. Mit Jesus kann man wie mit einem Freund reden. Und deshalb spreche ich es laut aus –  „HERR vergib mir, es tut mir leid… Ich lasse los und überlasse Dir die Angelegenheit… Schenke mir Deinen Frieden…“

Jesus – unser Friedefürst – ist in die Welt gekommen und in eine Futterkrippe gelegt worden. ER weiß also wie es sich anfühlt, wenn man abgelehnt, missverstanden, ausgestoßen, ungewollt oder lieblos behandelt wird. Und weil ER sich so auskennt, kann ER jeden von uns aus tiefstem Herzen verstehen. Und nicht nur das – Jesus hört unsere Gebete und kennt den Ausweg aus Ablehnung und Ruhelosigkeit. Nicht die Umstände sind entscheidend – nein, der Umgang damit!

Steigere ich mich hinein? Die Situation wird sich nicht ändern, es sei denn ich lege meinen Frust ab und mach mich auf die Suche nach Friedenslösungen. Dann ändert sich meine Einstellung zur Situation und in meinem Kopf entwickeln sich Ideen, die mir helfen aus dem Tief herauszukommen. Plötzlich sind die Geschehnisse gar nicht mehr so schlimm oder es findet sich eine Lösung, die mir spontan einfällt und sehr hilfreich ist… Und in meinem Inneren spüre ich wieder Ruhe und Frieden einkehren.

Ich will mich täglich neu dafür entscheiden dem Frieden nachzujagen!

 Ja, es ist gar nicht so leicht und mit Anstrengung und Einsatz verbunden.

 Und ja, es setzt meine Entscheidung zum Nachjagen voraus.

Aber die Sache – DER FRIEDEN – ist es doch wert!

Weil JESUS mein / unser Friedefürst ist und durch SEINE Kinder der Friede Gottes in der Welt sichtbar werden soll, lohnt sich jeder Einsatz!

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Tag der Diakonie in Wilkau-Haßlau

Am 23. September ist es wieder so weit – der Tag der Diakonie wird von allen Allianz-Gemeinden in Wilkau-Haßlau ausgestaltet. Aus diesem Grund wollen wir noch einmal mit zwei Rückblicken auf die Anfänge dieser Idee zurück schauen.

Seit 1981 – Tag der Diakonie in Wilkau-Haßlau

Von Uwe Münzner, Gemeindevertreter EmK Kirchberg/Wilkau-Haßlau

Als 1981 das internationale „Jahr der Behinderten“ von den Vereinten Nationen deklariert wurde, begann in vielen Ländern und an vielen Orten das Nachdenken und Öffnen der Augen für Belange dieser benachteiligten Menschen.

Diese behinderten Mitbürger lebten mitten unter uns und doch waren sie für die Mehrheit der Bevölkerung nicht zu sehen. Mehr noch, man hatte ernsthafte Berührungsängste und die betroffenen Familien lebten oft zurückgezogen, fühlten sich stigmatisiert und waren faktisch ausgegrenzt.

Übrigens, in der DDR nannte man diese Menschen „Geschädigte“. Somit wurde in Wilkau-Haßlau dieses Jahr als offizielles „ Jahr des Geschädigten“ begangen.

Aber ganz gleich wie man diese Initiative bezeichnete, im Rückblick der letzten 37 Jahre hat sich sehr viel Positives im Umgang von „Nichtbehinderten“ mit „Behinderten“ und natürlich auch umgekehrt in unserem Land getan.

Ich wurde schon mehrfach gefragt, seit wann und wie kam es dazu, dass sich gerade die Allianzgemeinden in unserer Stadt einen Sonntag im Jahr Zeit für diese Aufgabe nehmen.

Den Anstoß haben die Vereinten Nationen mit der oben beschriebenen Initiative gegeben. Aufgenommen und in unsere Gemeinden getragen wurde dieses Anliegen von verantwortlichen Christen der Stadt, denen diese Menschen aus eigener Erfahrung liebgeworden sind.

Schon vor 1981 gab es in Zwickau in der Bahnhofstraße 8, in den Räumen der „Inneren Mission“, bescheidene Anfänge einer „Behindertenwerkstatt“. Der Begriff Werkstatt wird unserem heutigen Verständnis von solchen Einrichtungen nicht gerecht. Dabei handelte es sich um schlichte Wohnräume in der 1. Etage, ohne behindertengerechten Zugang und Ausstattung. Dort wurden einfache manuelle Tätigkeiten von Behinderten, unter Anleitung von wenigen Engagierten und fachlich Qualifizierten ausgeführt. Der damalige Leiter dieser Werkstatt, Herr Menzel, wurde somit zur Bezugsperson für diese Menschen, zum Initiator und darüber hinaus zum Bindeglied zu uns in Wilkau-Haßlau. Ich kann mich noch gut erinnern, wie er die Mühen beschrieb, die es jeden Tag zu bewältigen galt, um einfach das Transportproblem zu bewältigen. Ebenso war es damals nicht selbstverständlich, dass betroffene Familien ihre Zustimmung dazu gaben, ihr behindertes Familienmitglied tagsüber in eine Förderung und Betreuung abzugeben. Zusätzliche Not bereitete den Engagierten dort die grundsätzliche Finanzierung dieser Arbeit. Eine staatliche Unterstützung gab es nicht.

Im Wissen um diese Nöte wurde der „Tag der Diakonie“ 1981 das erste Mal als Initiative der Christen aus den Allianzgemeinden durchgeführt. Den damals Beteiligten war es besonders wichtig, dass Informationen über die Lebenswirklichkeit von „Behinderten“ in den Gemeinden und der Bevölkerung bekannt wurden. Vorurteile, die, wie ich später merkte, teils noch aus NS Zeiten stammten, galt es abzubauen.

Ganz praktisch schätzte man die persönliche Aufnahme zum Mittagessen in Familien der Gemeinden sehr. Gast sein zu dürfen, gern aufgenommen zu werden, das war man nicht gewohnt.

So wurde mir das in vielen Gesprächen und Kontakten mit Behinderten, die über Jahre kommen und zum Teil heute noch dabei sind, geschildert.

Ebenso war es für die Werkstatt der 80 er Jahre eine existentielle Notwendigkeit, selbst hergestellte Korbwaren, Töpferwaren oder auch andere einfache Handarbeiten auf einem Bazar anzubieten.

Uns Christen aus der Stadt war das gemeinsame Feiern und Gestalten eines Gottesdienstes wertvoll und zentrales Anliegen. Das Evangelium leben, ganz einfach!

Bei mir ganz persönlich haben sich die Berührungsängste völlig abgebaut. Entstanden ist ein respektvoller Umgang, der sich in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung niederschlug und in herzlicher menschlicher Nähe jedes Jahr von neuem erlebbar geworden ist.

An dieser Stelle gilt es Danke zusagen. Dank an Menschen, die den Weg treu gegangen sind und natürlich Dank an Gott, der uns den Weg erst gezeigt hat.

Tag der Diakonie, Erinnerungen zu den Anfängen

Von Pfarrer i.R. Klaus Appel

Es war im Jahr 1981, als wir uns in Wilkau-Haßlau in der Michaelis- und Luthergemeinde Gedanken machten, ob wir nicht für einige Behinderte in Wilkau-Haßlau und Umgebung einen Tag der Diakonie gestalten könnten. Wir waren uns schnell einig, dass wir dies wollten und die Methodistenkirche schloss sich dem an. Es ging uns darum, mit behinderten Menschen in Kontakt zu kommen, ihnen als Gemeinde und auch als Einzelne zu begegnen. Denn manche Behinderten waren zu Hause z.T. ein Stück isoliert, manchmal ohne besondere Erwartungen oder Freude. Andere waren, auch als jüngere Menschen, in einem Pflegeheim zwischen 70- und 90-jährigen Menschen untergekommen. Auch da gab es mitunter kaum Abwechslung, dafür das Schlafen in 5-6-Bettzimmern.

Der erste Tag der Diakonie fand nach meiner Erinnerung im Herbst, wohl Anfang Oktober statt. Dazu wurden die Gäste (in der Regel per Auto) zu einem 10-Uhr-Gottesdienst eingeladen. Schon diese Autofahrt war für etliche Gäste ein besonderes Erlebnis (bei der damals so geringen Motorisierung!). Beim Gottesdienst wurden jährlich die Kirchengewechselt. Die Predigt war besonders anschaulich, öfter mit einem Anspiel verbunden. Es bliesen die Posaunen und die Behinderten boten zusammen mit den Mitarbeitern der Diakonie ein Lied. Als ein Höhepunkt folgte, dass die Gäste danach bei Einzelnen, Ehepaaren oder Familien eingeladen waren. Dort wurde ein sehr gutes Essen aufgetischt (natürlich mit Nachtisch!) und ein gesundes Getränk. Manche der Gäste werden selten so einen festlichen Tisch und gute Zuwendung von eigentlich vorher Fremden erlebt haben. Anschließend ergaben sich daraus z.T. Besuche bei den Gästen oder diese wurden mit einem besonderen Gruß zum Geburtstag, zu Ostern oder Weihnachten bedacht.

Nach dem Mittagessen wurde in der Regel in einem Gemeinderaum eine bunte Stunde mit Spielen und Singen gestaltet. Es folgte ein gutes gemeinsames Kaffeetrinken, sei es in Wilkau-Haßlau oder auch mal in Werdau oder Zwickau. Spätestens 17 Uhr ging es für die Gäste dann wieder (meist mit Auto) in die Familienwohnung oder ins Heim zurück. Viele der Gäste fragten dann im nächsten Jahr oft schon drei Monate vorher: Wann werden wir wieder mit dem Auto gefahren? Wann geht’s wieder zum Tag der Diakonie in Wilkau-Haßlau?

Zwei besondere Tage fallen mir noch ein: An einem Diakonietag fuhren wir nach dem Mittagessen in den Tierpark Hirschfeld. Dies wurde mit Staunen und Interesse aufgenommen. Und auch das Kaffeetrinken wurde gleich dort durchgeführt.

In einem späteren Jahr wurde nach dem Mittagessen zum Puppentheater nach Zwickau gefahren. Da gab es eine Vorstellung nur für uns. Dies war für die meisten Gäste der erste Theaterbesuch. Es ist mein großer Wunsch und meine Hoffnung, dass dieser Tag der Diakonie auch weiterhin einmal im Jahr durchgeführt wird. Die Freude und Dankbarkeit der Gäste war für mich stets neu bewegend.