Erntedankfest in unserer Gemeinde

Unser Erntedankfest findet dieses Jahr am 24.09.2017 um 9 Uhr statt.  Die Kirche wird zum Anlass festlich geschmückt, wobei man sich gerne fleißig beteiligen kann (weitere Infos im Veranstaltungsmenü). Um 14-17:00 lädt die Gemeinde zur „Offenen Kirche“ ein, wobei es Kaffee und Kuchen gibt. Weiterhin noch ein kleines Video aus dem Erntedankfest 2015.

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Andacht zur Jahreslosung

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26

Die Losung für das neue Jahr gibt uns der Prophet Hesekiel mit auf den Weg. Er ist ein Schreiber starker Bilder und eindrucksvoller Visionen, und doch ist vielen Christen sein Buch wenig bekannt. Nur ganz selten ist es zur Predigt oder Lesung vorgeschlagen, in manchen Jahren gar nicht. Die jüdische Tradition fordert übrigens, dass nur ganz reife Menschen sich mit diesem Buch überhaupt befassen, und sie sollen mindestens 30 Jahre alt sein.

Die Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen, die die Jahreslosung jedes Jahr auswählt, traut uns da also einiges an Reife und Verständnis zu. Im 36. Kapitel seines Buches liegt das Augenmerk auf Verheißungen. Es soll wieder gut werden, was in Unruhe und Schieflage geraten ist. Dabei ist Hesekiel keiner, der die Dinge beschwichtigen und schnellen Trost spenden würde. Ängste und Verunsicherungen bestimmen seine Zeit, es ist die Zeit, die schließlich in die Zerstörung des Tempels durch die Babylonier münden wird. Es sind gerade die Krisenzeiten, die die meisten der biblischen Texte und Geschichten hervorbringen. Der Glaube des Gottesvolkes reift heran, indem er sich den Fragen seiner Zeit immer wieder neu stellt.

Hesekiel weiß oder ahnt jedenfalls, dass die Zeit der Bedrängung begrenzt sein wird. Diese Hoffnung durchzieht sein 36. Kapitel. Doch es kann auch keine einfache Rückkehr ins Alte geben. Zu vieles ist gewesen, zu vieles ist vorgefallen. Und so kommt er auf das Herz und auf den Geist zu sprechen. Kaum ein Organ, kaum ein Körperteil ist so stark mit Gefühlen und Assoziationen verbunden wie das Herz. Nicht umsonst ist es ein Symbol für die Liebe. Was vom Herzen kommt, das ist tief und – modern ausgedrückt – ganzheitlich. Ich kann Dinge vom Verstand her begreifen und sie kommen manchmal doch nicht im Herzen an. Und Geist, das ist der Lebensatem. Stoffwechsel würden wir heute sagen. Er unterscheidet lebendige Wesen von toter Materie. Dass Lebewesen diesen Lebensatem haben, das wird in der Bibel als der eigentliche Schöpfungsakt beschrieben.

Dort, an den tiefsten Stellen menschlichen Daseins also, setzt Gott seine Veränderung an: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Hesekiel redet wirklich nicht einer Rückkehr in alte Verhältnisse das Wort, sondern er hofft auf einen wirklichen Neubeginn. Ob das neue Jahr auch einen Neubeginn bringt? Frieden in Syrien, Entspannung der verhärteten Worte, neues Miteinander-Reden, wo das Gespräch abgebrochen ist?

Viele Menschen glauben schon gar nicht an ihre eigenen guten Vorsätze, selbst wenn sie viel bescheidener ausfallen als die Hoffnung Hesekiels. Doch die Hoffnung Hesekiels bedeutet auch: Gott überlässt die Dinge nicht einfach ihren Lauf, er überlässt uns nicht uns selbst. Sein Wille ist es, dass wir diese Neubeginne erleben. Gott legt uns nicht auf unsere Vergangenheit fest und auf das, was bei den Menschen schon immer schief gelaufen ist. Gott bietet uns an, darauf zu vertrauen: Es ist alle möglich. Manches davon ist jetzt schon sichtbar. Wenn wir in einer schwierigen Situation gelassen bleiben. Wenn wir in Menschen, die uns fremd sind, keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung sehen. Wenn wir mit uns selbst oder anderen geduldiger umgehen. Die Früchte des neuen Lebens zeigen sich. Manche sind schon reif. Andere brauchen noch ein wenig.

Doch: Das neue Leben wächst. Bunt und farbenfroh.

(Pfr. Lars Schimpke)

Andacht zum Juni/Juli/August

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.

2.Mose 15,2

Liebe Gemeinde,

Der Monatsspruch des Juni greift eine Ur-Erfahrung des Glaubens auf: Sie handelt vom Auszug aus Ägypten. Der Monatsspruch ist ein Vers aus dem Lied des Mose. Mose singt, denn erst einmal ist das Gröbste überstanden. Die Israeliten sind ein paar Tage vorher durch das Schilfmeer gezogen. Keiner hatte das für möglich gehalten. Das ist erst einmal Grund genug, ein Fest zu feiern.

Da hatten es tatsächlich welche geschafft, aus der Sklaverei zu entkommen. Über diese Erfahrung hatten sie einen Gott kennengelernt, der nicht wie die Pharaonen über Leichen geht, sondern sich um die Unterlegenen kümmert. Es war der Aufbruch in ein Land, in dem so ganz andere Regeln gelten sollten. „Denkt daran, daß ihr Sklaven wart in Ägypten“, so schärft die Bibel später immer wieder ein. Die Gefahr ist groß, daß spätestens zwei Generationen später die Erinnerung verblaßt und die Menschen zu dem übergehen, was sie um sich herum erleben. Sie beginnen, der Logik von Macht, Gewalt und Besitz zu folgen – und fallen so hinter Erreichtes weit zurück. Immer wieder werden sie deshalb die Kraft dieser Erinnerung brauchen, um aus Verhältnissen auszuziehen, die das Leben schwer machen.

So ist diese Erinnerung bis heute lebendig geblieben. Sie ist überliefert in dem Teil der Bibel, der unseren jüdischen Geschwistern am heiligsten ist – in der Tora. Von ihr handeln Geschichten, Erzählungen und Feste – bis heute.

Doch kaum hatte der Auszug begonnen, da gab es Schwierigkeiten. Die Ungewißheit des Neuen ruft die Zweifler auf den Plan. Kann das alles gut gehen? Sich auf einen Gott verlassen, von dem wir kaum etwas wissen? Immer wieder wird Mose mit dieser Frage konfrontiert werden. Die Vergangenheit war nicht optimal – manche verklären sie vielleicht auch – aber im Rückblick scheinen die Dinge wenigstens berechenbar.

Doch wer zu sehr auf die Welt sieht, wie sie ist, und das zum Maßstab allen Denkens macht, der sieht die Welt nicht, wie sie sein könnte. Dann reproduziert sich nur das, was sowieso schon ist, immer wieder in die Zukunft. Eine gespenstische, selbsterfüllende Prophezeihung. Und unsere Welt heute sieht ganz so aus, als ob genau das unser Problem ist. Gerade dann braucht die Welt aber das utopische, verrückte und spielerische. Sie braucht Menschen, die in eine kritische Distanz gehen, und aus dieser Distanz heraus erst den Blick für das gewinnen, was einmal werden könnte. So ging es auch Mose, viele Jahre bevor der Auszug aus Ägypten Wirklichkeit wurde – er ging in die Wüste.

Der Weg ins Verheißene Land ist immer boch weit. Noch weiß keiner, daß es 40 Jahre sein werden. Immer wieder wird er infrage gestellt werden. Und doch: Ein Anfang ist gemacht. Wir kennen den Ausgang der Geschichte. Es war ein Weg, der länger war als ein Menschenleben. Gerade darum ist es wichtig, ihn zu gehen, aufzubrechen und das Ziel vor Augen zu behalten.

 

Ihr Pfarrer Lars Schimpke

„Wende statt Ende“ – Gedanken zur Allianzgebetswoche (13.01.16)

Da ging der Sohn in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mcih aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heißt; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn.

Der Abstieg des Sohnes ist kaum in Worte zu fassen. Vorher hängten sich die Leute an ihn und nun ist er abhängig von anderen. Es folgt der Abstieg in die Tiefe. Es ist die Hölle für ihn. Sein Leben ist eingeengt und aus der Enge kommt die Angst. Das Ende ist nahe.

Ähnlich aussichtslos werden Menschen in Psalm 107 beschrieben. Flüchtlinge, Gefangene, Seefahrer in Seenot, Menschen, die sich fast zu Tode hungern und keine Hoffnung mehr haben. Auch heute gibt es Tausende, auch in unseren Ländern, die keine Hoffnung mehr haben. Deren Leben zur Hölle geworden ist. Eine Gruppe sind z.B. die Prostituierten, die in dem großen „Bordell Europa“ versklavt werden. Eine von ihnen sagte einmal: „Jeder hat jemanden, auf den er herunterblicken kann. Wir nicht. Wir sind ganz unten.“

Kein Ausweg? Doch – „Wende statt Ende“ Es gibt Hoffnung. Für jede und jeden! Der verlorene Sohn denkt an seinen Vater. Er malt sich in der Schweinegrube vor Augene, wie es zu Hause abging. Da wurde gefeiert, da war Freude. Plötzlich erscheint die Welt, die er damals noch willentlich ablehnte, in ganz neuen Farben. Und wenn er an seinen Vater denkt, dann sieht er seinen eigener Dreck, wie sehr er selbst beschmutzt ist. „Ich habe gesündigt.“ Die Wende beginnt immer mit einem Umdenken, erst dann ist die Umkehr ind ie Weite möglich.

Woher komme ich und wer bin ich? Das sind die Fragen von Menschen, die in Not geraten sind und nur noch rufen: Hilf mir,  Herr! Gott hört diesen Hilferuf. “ Die dann zum Herrn riefen in ihrer Not, denen half er heraus aus ihren Ängsten.“ Der Name Jesuss bedeutet wörtlich: Gott ist Rettung. Er ist derjenige, der die Rettung ermöglicht. Die Umkehr des Menschen geschieht da, wo er am tiefsten Punkt sich selber erkennt, sich zu Jesus wendet und zu ihm um Hilfe schreit.

(EiNS – das Magazin zur Allianzgebetswoche; Text: Detlef Garbers)

„Alles gewollt-alles verloren“ – Gedanken zur Allianzgebetswoche (12.01.16)

Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hinh und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.

Lukas 15,13-16

Was für ein Aufbruch. Sachen packen und los – in die weite Welt. Endlich frei. Das Leben genießen. Und plötzlich der Einbruch. Das Ererbte ist aufgebraucht und dazu noch eine Krise im Land. Die Freunde sind weg. Das Elend ist perfekt.

Nun folgt tatsächlich der Abstieg in den letzten Dreck, um gerade noch zu überleben. Schweine hüten und mit ihnen das Futter teilen. Tiefer geht’s nicht mehr. Eine Unmöglichkeit – icht nur für einen Juden. Zum Glück nur eine Geschichte – oder doch mehr?

Wiederholt sich Ähnliches nicht unzählige Male? Ist das nicht geradezu eine typische Lebensbeschreibung: auf einen hoffnungsvollen Start folgen tiefe Einbrüche – eingeholt von der harten Realität des Lebens, der eigenen Unachtsamkeit oder der Rücksichtslosigkeit anderer Menschen. Selbstverschuldet?! Ausgeliefert?! Ausgenutzt?! Sind die anderen schuld oder ist das die Folge des eigenen falschen Lebens?

Eigentlich geht es Jesus um noch viel mehr als um Lebenserklärungen und Lebensberatung, wenn er diese und ähnliche Geschichten erzählt. Der hier beschriebene Sohn verliert nämlich nicht nur seinen materiellen reichtum und die Würde seines Lebens, sondern auch die Beziehung zu seinem Vater. Wer die Erfüllung seines Lebens im Vordergründigen sucht, dem geht die Beziehung zu Gott verloren. Das will Jesus hier deutlich machen.

Ähnlich beschreibt es Paulus in Römer 1,21-23, wenn er darauf hinweist, dass menschliche Welterkenntnis und menschliches Weltverständnis – und seien sie noch so tiefgründig und vermeintlich wissenschaftlich redlich – „die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes“ verdrängen können. Auch der „reiche Kornbauer“ muss erfahren, dass am Ende gar nichts bleibt.

Alles gewollt – alles verloren – Gott verloren. Gibt es da noch eine Chance?

(EiNS- das Magazin zur Allianzgebetswoche; Text:Ulrich Materne)

„Wenn Beziehungen zerbrechen“ – Gedanken zur Allianzgebetswoche (11.01.16)

Der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.

Lukas 15,12

Das Erbe verteilen, so lange es dem Senior noch gut geht – das ist doch vernünftig, mögen wir sagen. Ja, wenn es freiwillig geschieht! Wenn es aber von den Erben gefordert wird, sträubt sich auch unser Gefühl. Das ist unverschämt.

Im Orient ist es sogar eine Unmöglichkeit! Geerbt wird erst nach dem Tod des Vaters. Das heißt also: Für den Sohn ist der Vater schon so gut wie tot! Respekt, gar Liebe für den Vater – alles gleichgültig. Ich will alles- und zwar jetzt! Ich will nicht warten, bis „der Alte abkratzt“. Es geht im Tiefsten nicht um das ihm zustehende Erbe, sondern um zerbrochenes Vertrauen, verlorene Liebe. Die Forderung des Sohnes ruft laut: Du bist mir egal, ich will meinen Anteil. Jetzt! Ich will sein wie du, aber ohne Verbindung zu dir, ohne Bindung an dich!

Jesus will kein Familiendrama erzählen. Es geht ihm um das Verhältnis menschlicher Töchter und Söhne zum himmlischen Vater. Deshalb ist der Sündenfall in 1. Mose 1 ein Schlüssel zum Verstehen: Nachdem Adam und Eva sein wollten wie Gott, mussten sie sich vor ihm verstecken. Das „paradiesische“ Vertrauen ist seitdem zerbrochen. Die Beziehung ist nachhaltig gestört, und zwar für alle Nachkommen bis heute.

Was mag in dem Vater vorgegangen sein? Jesus erzählt es nicht. Seine Gefühler erahnen wir erst später, bei der überraschenden Rückkehr seines Sohnes. Kränkung und Zorn waren es wohl nicht so sehr. Sondern vielmehr tiefe Traurigkeit über die erwiderte oder nicht verstandene Liebe, über die zerbrochene Vertrauensbeziehung zwischen Vater und Sohn.

Können wir uns vorstellen, wie es dem göttlichen Vater heute geht, wenn ein menschlicher Sohn, eine Tochter sich so lossagt von ihm? Es ist ihm nicht gleichgültig, er sitzt nicht „cool“ auf seinem Thron, sondern es zerreißt ihm fast das Herz. Ähnlich hat Jesus reagiert, als er die verlorenen und verirrten Menschen sah (Matthäus 9,36). Manchmal wäre es gut, wenn wir „älteren“ Söhne und Töchter uns von dieser Liebe Gottes zu seinen verlorenen Kindern anstecken ließen. (EiNS- Das Magazin zur Allianzgebetswoche, Text: Axel Nehlsen)

Unser Lutherfriedhof 2015

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende entgegen und aus diesem Grund möchten wir einen kleinen Rückblick über das vergangene „Friedhofsjahr“ und einen Vorausblick auf 2016 geben. Den Friedhofsbesuchern ist sicherlich unser neuer Containerplatz für Grünabfälle aufgefallen. Das war die größte „Baustelle“ dieses Jahr. Wir danken an dieser Stelle Bau- und Handwerksbetrieben aus der Umgebung, die uns finanziell aber auch mit ihrer Arbeitskraft und Zeit unterstützt haben. Ebenso möchten wir privaten Sponsoren danken, die dem Friedhof über 10.000€ gespendet haben. Dieses Geld ist zweckgebunden und soll der Sanierung der FH-Mauer zugute kommen. Die komplette Sanierung kostet ca. 46.000€. Wir hoffen, dass wir 2016 Schritt für Schritt mit der Sanierung beginnen können. Für das Frühjahr sind auch wieder Anpflanzungen von Bäumen geplant. So können wir die Gehölzkonzeption, die es seit 2011 gibt, umsetzen. In den letzten Wochen trafen sich Pfr. Schimpke, Vertreter aus dem Friedhofs- und Finanzausschuss der Lutherkirchgemeinde mit dem Bürgermeister Hr.Feustel und Vertretern aus der Stadt Wilkau-Haßlau. Auch da wurden einige Dinge abgesprochen und geplant. Die Stadt Wilkau-Haßlau wird auch weiterhin für die Pflege der Soldatengräber und des Ehrenmals zuständig sein, wird uns unterstützen bei der Totholzentfernung und bei der Umgestaltung des Eingangsbereiches (Pflasterarbeiten) – auch dafür herzlichen Dank. Wir danken auch allen freiwilligen Helfern, die uns am 14.11.2015 bei einem Arbeitseinsatz, oder besser gesagt, Laubeinsatz, so tatkräftig unterstützt haben.

Leider gibt es aber nicht nur Gutes über unseren Friedhof zu berichten. In den letzten Wochen haben sich auf unserem Friedhof Kupferdiebe 3mal zu schaffen gemacht. Es wurden u.a. Fallrohre an der Friedhofshalle entwendet uznd so manches dabei zerstört. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch auf Grabanlagen werden wieder vermehrt Frischblumen, Pflanzen und Grabgestecke entwendet. Unverständlich für uns alle! Falls Friedhofsbesuchern etwas Ungewöhnliches auffällt, geben sie uns bitte Bescheid – Danke!

Zum Schluss möchten wir noch unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern danken, die sich so für unseren Friedhof mit einsetzen. Von einem Mitarbeiter, der einige Jahre unermüdlich und treu auf dem Friedhof tätig war, müssen wir uns leider verabschieden- Hr. Kurt Pilz. Er ist jetzt in seinem wohlverdienten Ruhestand. Wir danken ihm von Herzen für seinen Dienst und wünschen für die kommende Zeit Gottes reichen Segen.

Die Friedhofsverwaltung

Andacht zur Jahreslosung

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“, steht über dem neuen Jahr als Losung. Damit setzt die Jahreslosung einen anderen Akzent als die des zuende gehenden Jahres. Keine Aufforderung, keine Handlungsanweisung steht im Zentrum, sondern eine Zusage. Ein anderer handelt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch den Vergleich mit der Mutter – ein bemerkenswerter Zug biblischer Rede von Gott.

Das zuende gehende Jahr steht unter dem Zeichen tiefer Verunsicherung. Was ist das eigentlich, was gerade auf der Welt passiert? Wie wird es weitergehen? Was kommt als nächstes? Es sind alles keine neuen Fragen, das Leben hat sie immer gestellt, nur haben die vergangenen Monate sie in aller Deutlichkeit auf die Tagesordnung gebracht. Hinzu kommt dieses Gefühl der Ohnmacht. Erprobtes scheint zu versagen, die Karten werden neu gemischt.

„Ich will euch trösten“, sagt Gott. Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass uns hier unsere Übersetzung leicht auf eine falsche Spur führen kann. „Trösten“ klingt nach „vertrösten“, es sei nicht so schlimm, „Kopf hoch“, „sei stark“ und alle die Sprüche, die dazu ganz schnell bei der Hand sind. Und unter einem „Tröster“ gar verstehen viele Menschen im harmlosesten Fall den Schnuller des Säuglings, im schlimmsten Fall den Alkohol. Natürlich meint unsere Bibel nichts davon.

Einen Hinweis bietet der zweite Teil des Verses: „wie einen seine Mutter tröstet“. Das heißt erst einmal: Ein verunsichertes, beunruhigtes Kind soll ernstgenommen werden. Ich werde einem Kind die Angst nicht ausreden können, indem ich sie ignoriere, mich darüber lustig mache oder sage „Sei still!“ Die meisten Kinder haben ein gutes Gespür dafür, ob sie ernstgenommen werden oder nicht. Eine Mutter, die ihr Kind tröstet, tut das aus einer innigen Beziehung heraus. Dem Kind soll es gut gehen. Es kommt nicht darauf an, dass das Bild nach außen stimmt und das Kind „tapfer“ ist. Es soll auch nicht darum gehen, ein „pflegeleichtes“ Kind zu haben. Die Kunst der Beziehung zwischen Mutter und Kind liegt darin, das Kind ernstzunehmen und doch seine Ängste nicht einfach nur zu bestätigen, sondern einen Weg aus ihnen hinaus zu weisen. Das alles sagt sehr viel aus über die Art der Beziehung, die Gott zu den Menschen will und sucht.

Das 66. Kapitel des Jesajabuches bildet einen Schlussakord der besonderen Art. Es geht um die Sehnsucht der Menschen nach Gott. Wann kommt sie, die neue, gerechte Welt, die Gott verheißen hat? Es lag eine Sehnsucht in der Luft. In diese unerfüllte Sehnsucht hinein spricht Gott sein Wort vom Trost. Ja, so sagt er damit, ihr liegt ganz richtig, wenn ihr die Trostlosigkeit der Welt erkennt. Ich werde sie euch nicht ausreden. Ich werde euch nicht vertrösten. „Trösten“ im biblischen Sinn hat das Ziel, Druck von einem Menschen zu nehmen. So kann verhindert werden, dass ein Mensch erstarrt und die Enge des Herzens ihn erdrückt. Menschen, die unter Druck stehen, handeln unüberlegt, sind manipulierbar und stecken gar noch andere mit ihrer Angst an. Schon gar nicht sind sie zu weisen Entscheidungen in der Lage. Gott will uns Luft verschaffen, im ganz wörtlichen Sinn. Das ist die Luft, die wir brauchen, um den Weg zu gehen, den Gott uns weist. Laßt euch nicht irre machen, diese Botschaft verbindet sich mit der Rede vom Trost. In der neuen Aufgeregtheit unserer Zeit schafft Gott eine heilsame Unterbrechung. Das ist viel wert, viel mehr, als vielleicht auf den ersten Blick zu sehen ist. Heilsame Unterbrechungen sind eine Kunst, Frieden zu stiften.

So wünsche ich uns allen ein gesegnetes neues Jahr und tröstende Erfahrungen mit unserem Glauben.

 

Ihr

Pfarrer Lars Schimpke